Verschiedene Therapien gegen Krebs können zu Störungen von Drüsen im menschlichen Körper führen. Diese Drüsen schütten dann weniger oder keine Hormone (körpereigene Botenstoffe) mehr aus. Diese Folgen der Krebstherapie nennt man endokrinologische (= die Drüsen betreffende) Spätfolgen. Vor allem eine Bestrahlung im Rahmen der Krebstherapie kann zu solchen Störungen führen. Eine Bestrahlung des Kopfes kann das Gewebe der Hirnanhangsdrüse (=Hypophyse) stark beeinträchtigen, sodass daraus im Jugendalter beispielsweise Wachstumsprobleme aufgrund einer zu geringen Wachstumshormonproduktion resultieren. Im Erwachsenenalter kann es zu einer geringeren allgemeinen Leistungsfähigkeit kommen.
Es kann nach einer Krebstherapie auch zu Störungen der Schilddrüse kommen. Vor allem, wenn in der Kindheit Gesichts-, Hals- und Brustkorbbereich bestrahlt wurde oder eine Ganzkörperbestrahlung erfolgt ist, ist das Risiko für Störungen der Schilddrüse erhöht. Es kann sowohl zu einer Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) als auch zu einer Unterfunktion (Hypothyreose) der Schilddrüse kommen, wobei die Schilddrüsenunterfunktion deutlich häufiger auftritt als die -überfunktion. Bei hormonellen Störungen kann eine Hormonersatztherapie den Mangel ausgleichen, weshalb es wichtig ist, dass Patient*innen endokrinologisch untersucht werden.